Verarbeitung & Maltechniken – Maler-Lexikon

Streichen, Rollen, Lasieren, Spritzen und dekorative Maltechniken Schritt für Schritt. Teil des Plid Maler-Lexikons – alle Produkte Made in Germany. Zum Sortiment.

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Begriffe auf dieser Seite: Abkleben · Ablüften · Abtönen · Airless-Spritzen · Anfeuern · Anmischen · Betonoptik · Deckanstrich · Egalisieren · Grund- und Deckanstrich · Grundanstrich · Grundieren · Kreuzgang · Lasieren · Marmorieren · Nass-in-Nass · Patina · Rollen · Schablonieren · Schneiden · Schwammtechnik · Spachteln · Spachteltechnik · Spritzverfahren · Streichen · Streiflicht · Vorstreichen · Wachsen · Wischtechnik · Zwischenschliff · Ölen

Verarbeitung

Ablüften

Wartezeit, in der Lösemittel oder Wasser aus einer frischen Schicht teilweise verdunsten, bevor der nächste Arbeitsschritt folgt. Ausreichendes Ablüften verhindert Störungen wie Runzeln beim Überarbeiten.

Was bedeutet „ablüften lassen“?
Die frisch aufgetragene Schicht kurz antrocknen lassen, damit Lösemittel oder Wasser entweichen. Erst danach überarbeiten oder überlackieren.
Wie lange muss ich ablüften lassen?
Je nach Produkt unterschiedlich – die Ablüft- bzw. Überarbeitungszeit steht auf dem Gebinde und verlängert sich bei Kälte und Feuchte.

Anmischen

Fertig gebrauchsfertig Machen eines Produkts vor der Verarbeitung – etwa Aufrühren, Verdünnen im erlaubten Rahmen oder Zusammengeben von Komponenten. Sorgfältiges Anmischen entscheidet über gleichmäßigen Farbton und richtige Aushärtung.

Worauf muss ich beim Anmischen achten?
Gründlich aufrühren, nur im erlaubten Rahmen verdünnen und bei Zweikomponenten-Produkten das exakte Mischverhältnis und die Topfzeit einhalten.
Warum ist gleichmäßiges Anmischen wichtig?
Nur gut durchmischtes Material ergibt einen einheitlichen Farbton und die vollen Produkteigenschaften. Bei Farbe möglichst alles für die Fläche in einem Ansatz mischen.

Deckanstrich

Abschließende Anstrichlage, die Farbton, Deckung und endgültige Optik liefert. Er wird auf dem durchgetrockneten Grundanstrich aufgebracht und gleichmäßig egalisiert.

Reicht ein Deckanstrich?
Bei kräftigen Tönen oder starkem Kontrast oft nicht – dann sind zwei Deckanstriche nötig. Auf gut vorbereitetem, grundiertem Untergrund deckt es besser.
Wann kommt der Deckanstrich?
Erst wenn der Grundanstrich gemäß Überstreichzeit durchgetrocknet ist, sonst kann die frische Schicht die darunterliegende stören.

Grund- und Deckanstrich

Üblicher zweischichtiger Aufbau eines Anstrichs: ein erster, oft dünnerer Grundanstrich und ein zweiter, deckender Deckanstrich. Der Aufbau in zwei Schichten sorgt für gleichmäßige Deckung und Haltbarkeit.

Warum in zwei Schichten streichen?
Ein einzelner Auftrag deckt selten gleichmäßig, besonders bei Farbtönen und saugendem Grund. Zwei dünnere Schichten ergeben ein sauberes, haltbares Ergebnis.
Muss ich zwischen den Schichten warten?
Ja, die erste Schicht vollständig gemäß Trocknungsangabe durchtrocknen lassen, bevor die zweite folgt.

Grundanstrich

Erste, oft dünnere Anstrichlage, die den Untergrund vorbereitet und die Basis für den Deckanstrich bildet. Er verbessert Haftung und Deckung und wird vor dem Durchtrocknen nicht überstrichen.

Muss der Grundanstrich vollständig decken?
Nein – er bereitet vor und muss nicht perfekt decken. Die volle Deckung bringt der anschließende Deckanstrich.
Kann ich den Grundanstrich verdünnen?
Nur im vom Hersteller angegebenen Rahmen. Ein leicht verdünnter erster Anstrich kann auf saugendem Grund sinnvoll sein, wenn das Produkt es vorsieht.

Grundieren

Erster Arbeitsschritt vor dem eigentlichen Anstrich, bei dem der Untergrund mit einer passenden Grundierung vorbehandelt wird. Grundieren reguliert die Saugfähigkeit, verbessert die Haftung und sorgt für ein gleichmäßiges Endergebnis.

Muss ich immer grundieren?
Nicht auf jedem Untergrund, aber sehr saugende, sandende, kritische oder stark unterschiedliche Flächen sollten grundiert werden. Das spart Deckfarbe und macht das Ergebnis gleichmäßiger.
Welche Grundierung ist die richtige?
Das hängt vom Untergrund ab – etwa Tiefengrund bei saugendem Putz, Haftgrund auf glatten Flächen, Isoliergrund bei durchschlagenden Flecken. Für den Boden ist eine 2K-Epoxygrundierung Pflicht.

Rollen

Auftragen von Farbe mit der Farbwalze, das schnellste Verfahren für große Wand- und Deckenflächen. Für ein gleichmäßiges Bild wird nass in nass gearbeitet und die Fläche zum Schluss in eine Richtung egalisiert.

Wie rolle ich eine Wand gleichmäßig?
In überlappenden Bahnen nass in nass arbeiten und zum Schluss ohne neue Farbe in eine Richtung leicht nachrollen. So verschwinden Ansätze und Streifen.
In welchem Muster rolle ich?
Farbe zunächst in W- oder M-Form verteilen, dann gleichmäßig ausrollen und in einer Richtung egalisieren.

Schneiden

Freihändiges Ziehen einer sauberen Farbkante mit dem Pinsel, etwa am Übergang von Wand zu Decke ohne Klebeband. Es erfordert eine ruhige Hand und einen gut geformten Pinsel, spart aber das Abkleben.

Wie ziehe ich eine saubere Kante ohne Klebeband?
Mit einem guten Flach- oder Winkelpinsel, wenig Farbe und ruhiger, gleichmäßiger Führung entlang der Kante. Das braucht etwas Übung.
Kante schneiden oder abkleben?
Abkleben ist einfacher und sicherer, Schneiden schneller, wenn man geübt ist. Bei kniffligen Übergängen kombiniert man beides.

Spachteln

Auftragen und Glätten von Spachtelmasse, um Löcher, Risse und Unebenheiten im Untergrund auszugleichen. Sauberes Spachteln mit anschließendem Schliff ist die Grundlage für einen glatten, gleichmäßigen Anstrich.

Wie spachtle ich Löcher richtig?
Loch säubern, Spachtelmasse mit dem Spachtel einbringen und glattziehen, trocknen lassen und bei Bedarf ein zweites Mal auffüllen. Danach plan schleifen und entstauben.
Muss ich nach dem Spachteln grundieren?
Gespachtelte Stellen saugen oft anders als die Umgebung. Eine Grundierung gleicht das aus und verhindert, dass die Stellen später durchscheinen.

Streichen

Auftragen von Farbe oder Lack mit Pinsel oder Quast, ideal für Kanten, Ecken, Profile und kleinere Flächen. Für große Flächen wird meist gerollt, für feine Arbeiten und Anschlüsse gestrichen.

Wann streiche ich, wann rolle ich?
Ecken, Kanten, Profile und schmale Flächen streicht man mit dem Pinsel, große Flächen rollt man. Oft kombiniert man beides – erst Kanten vorstreichen, dann rollen.
Wie vermeide ich Pinselstreifen?
Nicht zu wenig Farbe nehmen, in Faserrichtung arbeiten und zum Schluss leicht in eine Richtung verstreichen (egalisieren).

Streiflicht

Flach einfallendes Licht, das kleinste Unebenheiten und Ansätze in einer Fläche sichtbar macht. Kritisch sind Wände neben großen Fenstern – hier lohnen sorgfältiges Egalisieren und ein matter Glanzgrad.

Warum sieht man Streifen nur bei bestimmtem Licht?
Streiflicht trifft flach auf die Wand und wirft von jeder Unebenheit einen Schatten. Deshalb fallen Ansätze neben Fenstern besonders auf.
Wie vermeide ich Probleme mit Streiflicht?
Sehr gleichmäßig nass in nass arbeiten, sauber egalisieren und einen matten Glanzgrad wählen, der Unebenheiten weniger zeigt.

Vorstreichen

Streichen der Ecken, Kanten und Anschlüsse mit dem Pinsel, bevor die Fläche gerollt wird. So werden Bereiche erreicht, in die die Rolle nicht kommt, und die Fläche wird gleichmäßig.

Warum streiche ich Kanten vor dem Rollen vor?
Die Rolle kommt nicht sauber in Ecken und an Kanten. Diese streicht man mit dem Pinsel vor und rollt dann nass in nass die Fläche an.
Wie vermeide ich sichtbare Übergänge?
Die vorgestrichenen Kanten noch feucht mit der Rolle möglichst nah heranrollen, damit kein Ansatz sichtbar bleibt.

Wachsen

Auftragen von Wachs als schützende, matt-seidige Schlussbehandlung auf Holz oder auf Kreidefarbe. Wachs betont die Haptik und schützt die Oberfläche, ist aber weniger belastbar als ein Klarlack.

Wann wachse ich statt zu lackieren?
Wenn eine natürliche, matte Haptik gewünscht ist und die Fläche nicht extrem beansprucht wird. Für stark genutzte Flächen ist Klarlack widerstandsfähiger.
Kann ich gewachste Flächen später lackieren?
Nur schwer – auf Wachs haftet Lack kaum. Das Wachs müsste vorher gründlich entfernt werden.

Zwischenschliff

Leichtes Anschleifen einer getrockneten Anstrich- oder Lackschicht vor dem nächsten Auftrag. Der Zwischenschliff glättet kleine Unebenheiten und schafft Haftung für die folgende Schicht.

Warum soll ich zwischen zwei Lackschichten schleifen?
Der Zwischenschliff entfernt kleine Erhebungen und raut die Fläche minimal an, damit die nächste Schicht besser haftet und glatter wird.
Welches Schleifpapier für den Zwischenschliff?
Eine feine Körnung, die die Schicht nur anschleift, nicht durchschleift. Danach unbedingt den Schleifstaub entfernen.

Ölen

Behandeln von Holz mit einem eindringenden Öl, das das Holz nährt, die Maserung anfeuert und von innen schützt. Anders als ein Lack bildet Öl keinen geschlossenen Film, sondern lässt das Holz natürlich und offenporig.

Was ist der Unterschied zwischen Ölen und Lackieren?
Öl dringt ein und schützt von innen bei natürlicher, offenporiger Optik, Lack bildet einen geschlossenen Film obenauf. Geöltes Holz lässt sich leichter partiell auffrischen.
Wie oft muss ich geöltes Holz nachbehandeln?
Je nach Beanspruchung regelmäßig – beanspruchte Flächen häufiger. Nachölen ist unkompliziert, weil kein Abschleifen des ganzen Films nötig ist.

Maltechniken

Abkleben

Schutz von Flächen, die nicht gestrichen werden sollen, durch Malerkrepp oder Abdeckfolie. Grundlegende Technik für saubere Kanten und professionelle Ergebnisse bei allen Plid-Anstrichen.

Welches Malerkrepp für saubere Kanten?
Für saubere Kanten eignet sich hochwertiges Malerkrepp; auf empfindlichen Untergründen ein Band mit geringerer Klebkraft. Wichtiger als die Sorte ist sauberes Andrücken der Kante.
Wie lange kann Malerkrepp kleben bleiben?
Die maximale Verweildauer steht auf der Kreppband-Rolle und hängt von Sorte und Untergrund ab. Als Faustregel das Band möglichst bald nach dem Anstrich abziehen, damit keine Kleberreste bleiben.

Abtönen

Einfärben einer weißen Basisfarbe mit Abtönfarbe oder Vollton, um einen gewünschten Farbton zu erzeugen. Wichtig ist, für die gesamte Fläche genug Farbe in einem Zug anzumischen, damit der Ton überall gleich ausfällt.

Wie tön ich Wandfarbe selbst ab?
Abtönfarbe schrittweise in die weiße Basis einrühren, bis der Wunschton erreicht ist, und gründlich mischen. Immer genug für die ganze Fläche auf einmal anrühren.
Warum ist mein Farbton fleckig?
Meist wurde zu wenig gemischt oder in mehreren Ansätzen mit leicht anderem Verhältnis abgetönt. Alles in einem großen Ansatz anmischen vermeidet Farbunterschiede.

Airless-Spritzen

Auftragen von Farbe mit einem Hochdruckgerät, das die Farbe ohne Luftbeimischung fein zerstäubt. Airless ermöglicht auf großen Flächen ein schnelles, gleichmäßiges Ergebnis, erfordert aber sorgfältiges Abkleben und Abdecken.

Wann lohnt sich Airless-Spritzen?
Vor allem bei großen, zusammenhängenden Flächen wie Fassaden, Decken oder Zäunen. Für kleine Flächen ist der Aufwand fürs Abdecken oft zu groß.
Muss ich die Farbe fürs Spritzen verdünnen?
Nur wenn der Hersteller es fürs Spritzverfahren angibt, und dann exakt im angegebenen Verhältnis. Die Produktangabe ist maßgeblich.

Anfeuern

Effekt bei Ölen und Lasuren, der die natürliche Maserung und Tiefe von Holz sichtbar hervorhebt. Angefeuertes Holz wirkt farbtiefer und lebendiger, ohne dass ein deckender Film entsteht.

Was heißt „das Holz wird angefeuert“?
Öl oder Lasur dringt ein und lässt Maserung und Farbe des Holzes tiefer und wärmer wirken – ähnlich wie nasses Holz intensiver aussieht.
Womit feuere ich Holz an?
Mit einem eindringenden Holzöl oder einer Lasur. Deckende Farbe feuert nicht an, weil sie die Maserung verdeckt.

Betonoptik

Dekorative Gestaltung, die mit Spachtelmasse oder Spezialputz die kühle, wolkig-graue Anmutung von Sichtbeton nachbildet. Sie ist eine beliebte, wohnliche Alternative zu echtem Beton für Wände und Möbel.

Wie erreiche ich eine Betonoptik?
Mit dafür vorgesehener Spachtelmasse oder Dekorputz, wolkig in mehreren Lagen aufgezogen und geglättet. Eine passende Versiegelung schützt die Fläche.
Ist Betonoptik auch im Bad möglich?
Mit einem für Feuchträume geeigneten System und einer wasserfesten Versiegelung ja. Auf Produktangaben zur Feuchtraumeignung achten.

Egalisieren

Gleichmäßiges Verstreichen der Farbe zum Schluss in eine einheitliche Richtung, damit die Fläche ohne Streifen und Ansätze wirkt. Das abschließende Egalisieren „in einem Zug“ ist entscheidend für ein ruhiges Wandbild.

Wie streiche ich eine Wand ohne Streifen?
Farbe erst gleichmäßig verteilen und dann zum Schluss ohne neue Farbe in eine Richtung leicht abrollen (egalisieren). So verschwinden Bahnen und Ansätze.
In welche Richtung egalisiere ich?
An Wänden meist von oben nach unten, immer in dieselbe Richtung und nass in nass. Wichtig ist die einheitliche, letzte Rollrichtung.

Kreuzgang

Streichtechnik, bei der die Farbe erst in eine Richtung und dann quer dazu verteilt wird, bevor in einer Richtung egalisiert wird. So wird die Farbe gleichmäßig verteilt und die Fläche gut gedeckt.

Warum streiche ich über Kreuz?
Das quer verteilte Auftragen deckt gleichmäßiger und schließt Fehlstellen. Zum Schluss glättet man in einer Richtung (egalisieren).
Gilt das auch beim Lackieren?
Auch beim Lackieren verteilt man oft erst quer und verstreicht dann in Faserrichtung, um Ansätze und ungleichmäßige Deckung zu vermeiden.

Lasieren

Auftragen einer durchscheinenden, offenporigen Beschichtung, bei der die Struktur des Untergrunds sichtbar bleibt. Bei Holz betont die Lasur die Maserung, statt sie zu verdecken – im Gegensatz zur deckenden Farbe.

Was ist der Unterschied zwischen Lasieren und deckend Streichen?
Eine Lasur ist transparent und lässt Maserung oder Struktur durchscheinen, eine deckende Farbe verdeckt den Untergrund vollständig.
Wann lasiere ich Holz statt es zu streichen?
Wenn die natürliche Holzoptik erhalten bleiben soll. Für einen gleichmäßig farbigen, deckenden Ton eignet sich dagegen Holzfarbe.

Marmorieren

Dekortechnik, die mit lasierenden Farben und feinen Adern die Optik von Marmor nachbildet. Über mehrere transparente Lagen entsteht Tiefe, feine Pinsel oder Federn zeichnen die typischen Adern.

Welche Farben brauche ich zum Marmorieren?
Einen hellen Grundton und mehrere lasierende Töne für Wolken und Adern. Der Effekt lebt vom transparenten Schichten.
Womit ziehe ich die Adern?
Mit einem feinen Pinsel, einer Feder oder einem Marmorierpinsel, sparsam und unregelmäßig, damit es natürlich wirkt.

Nass-in-Nass

Arbeitsweise, bei der die nächste Farbbahn angesetzt wird, solange die vorherige Kante noch feucht ist. So verlaufen die Bahnen ineinander und es entstehen keine sichtbaren Ansätze.

Warum soll ich nass in nass streichen?
Weil eine angetrocknete Kante beim Überstreichen als heller oder dunkler Ansatz sichtbar bleibt. Nass in nass ergibt eine gleichmäßige Fläche.
Wie schaffe ich das auf großen Wänden?
Zügig arbeiten, die Fläche sinnvoll einteilen und immer zur feuchten Kante hin weiterstreichen, bevor sie antrocknet.

Patina

Bewusst erzeugte oder natürlich gealterte Oberfläche, die einer Fläche einen gebrauchten, antiken Charakter gibt. Bei Möbeln wird sie oft durch Abtönen, partielles Anschleifen oder Lasuren in Vertiefungen erzeugt.

Wie erzeuge ich einen Used-Look?
Kanten und beanspruchte Stellen nach dem Streichen leicht anschleifen und mit einer dunklen Lasur Vertiefungen betonen. So entsteht der gealterte Eindruck.
Wie versiegele ich eine Patina?
Mit Wachs oder mattem Klarlack, damit der Effekt geschützt ist und die Fläche nicht schmutzempfindlich bleibt.

Schablonieren

Aufbringen von Mustern oder Motiven mit einer Schablone, durch die Farbe gestupft oder gerollt wird. Wichtig ist wenig Farbe am Werkzeug, damit die Farbe nicht unter die Schablonenkante läuft.

Wie vermeide ich, dass Farbe unter die Schablone läuft?
Nur wenig Farbe aufnehmen, überschüssige Farbe abstreifen und von der Kante nach innen tupfen. Die Schablone dabei gut andrücken.
Womit fixiere ich die Schablone?
Mit etwas Sprühkleber oder Kreppband, damit sie beim Arbeiten nicht verrutscht.

Schwammtechnik

Dekorative Technik, bei der mit einem Naturschwamm eine lasierende Farbe getupft wird, um eine wolkige, lebendige Struktur zu erzeugen. Über mehrere Töne lässt sich Tiefe und ein individueller Effekt aufbauen.

Welche Farbe nehme ich für die Schwammtechnik?
Eine lasierende, offen verarbeitbare Lasur auf einem trockenen Grundton. Deckende Farbe eignet sich weniger, weil der Effekt vom Durchscheinen lebt.
Wie erziele ich ein natürliches Muster?
Mit einem Naturschwamm unregelmäßig tupfen, den Schwamm zwischendurch drehen und Ansätze vermeiden. Erst an einer Probefläche üben.

Spachteltechnik

Dekorative Technik, bei der Spachtelmasse oder spezieller Dekorspachtel in mehreren dünnen Lagen aufgezogen und geglättet wird. So entstehen glatt-glänzende oder wolkige Oberflächen mit Tiefenwirkung.

Wie entsteht die Tiefenwirkung bei der Spachteltechnik?
Durch mehrere dünne, unregelmäßig aufgezogene Lagen, die nach dem Trocknen geglättet und teils poliert werden. Das erzeugt Schattierungen und Tiefe.
Ist die Spachteltechnik für Anfänger geeignet?
Sie braucht etwas Übung im Umgang mit Kelle und Material. An einer Musterfläche testen, bevor die ganze Wand bearbeitet wird.

Spritzverfahren

Sammelbegriff für das Auftragen von Farbe mit Spritzgeräten, etwa im Airless- oder Druckluftverfahren. Es liefert auf großen Flächen ein besonders gleichmäßiges Ergebnis, erfordert aber gründliches Abkleben und Übung.

Was ist der Unterschied zwischen Airless und Druckluft?
Airless zerstäubt die Farbe über hohen Druck ohne Luft, Druckluftverfahren mit Pressluft. Airless eignet sich für viel Material auf großen Flächen, Druckluft für feineres Finish.
Was muss ich beim Spritzen beachten?
Alles gut abkleben und abdecken, gleichmäßig in Bahnen arbeiten und auf den passenden Abstand achten. Overspray verteilt sich weit.

Wischtechnik

Dekorative Maltechnik mit Schwämmen oder Tüchern zur Erzeugung wolkiger, strukturierter Oberflächen. Beliebte Technik für mediterrane und rustikale Wandgestaltung mit Plid-Farben.

Welche Farbe eignet sich für Wischtechnik?
Für Wischtechnik eignen sich lasierende Farben bzw. spezielle Lasuren, die sich offen verarbeiten lassen.
Wie führe ich die Technik aus?
Grundton auftragen, dann die Lasur mit Tuch, Schwamm oder Bürste in der gewünschten Bewegung auftragen und verwischen.
Welche Werkzeuge brauche ich?
Je nach Effekt Tuch, Naturschwamm, Bürste oder Wischhandschuh – plus Grundanstrich und Lasur.